Das Gehör- Schlüsselorgan für das soziale Leben

Die Welt der Geräusche, der Klänge und der Sprache erschliesst sich dem Menschen über das Gehör. Die im Ohr aufgefangenen Schallwellen werden in Signale umgewandelt, die über Nervenbahnen ins Hörzentrum des Gehirns gelangen und dort ausgewertet und interpretiert werden. Wie diese komplexen Vorgänge ablaufen, konnte bis heute noch nicht bis ins letzte Detail erforscht werden.

Stets offen und aufnahmebereit

Das Gehör ist unser wichtigstes und heikelstes Sinnesorgan – und zugleich unser aktivstes. Während die Augen geschlossen werden können, bleiben die Ohren stets offen und für akustische Wahrnehmungen aufnahmebereit – dies selbst während des Schlafens. Ein gesundes Ohr nimmt die kleinste akustische Veränderung wahr, ermüdet nicht und warnt uns vor vielerlei Gefahren. Zugleich ermöglicht es uns die Kommunikation mit dem Umfeld, insbesondere den Dialog mit unseren Mitmenschen. Das Gehör macht uns zum sozialen Wesen.

Bereits vor der Geburt funktionsfähig

Untersuchungen haben nachgewiesen, dass ein ungeborenes Kind bereits ab dem fünften Monat seiner Entwicklung Töne aufnehmen und Stimmen unterscheiden kann. Das Gehör des Kindes kann daher auch bereits vor der Geburt geschädigt werden – beispielsweise dadurch, dass sich die werdende Mutter starken Schalldrucken aussetzt. Der Schutz des Gehörs muss deshalb bereits vor der Geburt anfangen.

Bedeutung des Gehörs wird unterschätzt

Dem Gehör als zentrales, in ständigem Einsatz stehendes, Sinnesorgan des Menschen kommt eine Schlüsselfunktion zu, die nicht nur die zwischenmenschliche Kommunikation beherrscht, sondern auch der Sicherheit dient und die Erlebnisfähigkeit und Stimmungslage stark beeinflusst. Der weit verbreitete sorglose Umgang mit dem Gehör beweist aber auch, dass die Bedeutung des «Guten Hörens» noch immer unterschätzt wird, dass die Aufklärungs- und Präventionskampagnen noch zu wenig gebracht haben bzw. dass die Bedeutung erst erkannt wird, wenn das Hören eingeschränkt und das Gehör bereits geschädigt ist.